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Flüchtende Zukunft

Von Michael Opielka
Entscheidungsträger und Öffentlichkeit hat überrascht, welch gewaltige Zahl von Flüchtlingen in diesem Jahr Zuflucht in Deutschland sucht. Kein Zukunftsforscher hat es vorausgesagt, obwohl alle wussten, dass Migration ein „Megatrend“ des 21. Jahrhunderts ist. Derzeit sind es selten die ersten Folgen des Klimawandels, die Menschen forttreiben und anlocken, eher Kriege und elende Sozialverhältnisse. Der Migrationsökonom Paul Collier gehört mit seinem Buch „Exodus. Warum wir Einwanderung neu regeln müssen“ zu den wenigen, die sich konsequent auf den Standpunkt der Zukunft stellen – der immer der Standpunkt aller Stakeholder sein muss und nicht nur derjenigen, die sich am deutlichsten artikulieren können. Eine Kultur der Gastfreundschaft, eine Willkommenskultur, steht Deutschland gut zu Gesicht und verdeckt die hässlichen Gesichter des dunklen Deutschland. Doch machen wir uns nichts vor: Die larmoyante Jammerkultur des „letzten Deutschen“, den Botho Strauß jüngst im „Spiegel“ gab und der vor der „Flutung des Landes mit Fremden“ warnt, hat in Deutschland einen halligen Resonanzboden, überall will man doch noch sagen dürfen. Zukunftsforschung kann zur Nüchternheit beitragen, indem sie im ersten Schritt die Bilder der Zukunft in den Gegenwärtigen untersucht, indem sie uns lehrt in Szenarien, in Zukünften zu denken, und indem sie uns achtsam werden lässt für das, was hinter dem Horizont auf uns zu kommt. Der „Megatrend“ Migration fordert uns auf, nicht nur auf die Flüchtlinge zu blicken, sondern auch auf diejenigen, die in den Fluchtländern bleiben müssen wie auf diejenigen, die in den Gastländern erwarten, dass sich Gäste ordentlich benehmen, auch wenn es Mühe macht. Das gilt ebenso auch für Deutsche am Ballermann, missgünstige Kollegen und viele andere. Außer für uns selbst natürlich, wir sind die Guten.

Flüchtlinge

Flüchtlingsproblematik

AKL M-V

Der bisherige tägliche Wahnsinn war reine Erholung gegenüber dem, was uns jetzt begegnet. Dank eines kritischen Geistes bin ich auf die Webseite www.staatszeugen.de gestoßen und mute Euch drei lange Text (mit vielen beachtenswerten Kommentaren) zu:

16.09.15:
http://www.staatszeugen.de/fragen-zur-flucht-die-sie-nie-zu-fragen-wagten/

17.09.15:
http://www.staatszeugen.de/vorschau-auf-die-fluechtlingsmauer-die-auf-uns-zurast/

18.09.15:
http://www.staatszeugen.de/der-plott-die-welle-drehbuch-der-kommenden-tage/

Nehmen wir es passiv zur Kenntnis oder sollten wir es lieber den drei Affen gleich tun ODER WAS IST ZU TUN?

Merkel-Schelte (z.B. auf http://www.welt.de/debatte/kommentare/article146491578/Ich-bin-Angela-Merkel-ich-darf-das.html oder eine Abwahlpetition (https://www.change.org/p/wir-fordern-das-misstrauensvotum-gegen-frau-merkel-sofortige-amtsenthebung-frau-merkels) sind doch wohl nur als Beruhigungspillen brauchbar.

Die geplanten FRONTEX-Abschiebungen können wohl auch keine Lösung werden.

WAS ALSO IST ZU TUN?

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Wir weigern uns, Feinde zu sein!

Eine vorbildliche Aktion:
Wir weigern uns, Feinde zu sein.

Erlangen-Wladimir

Wenn sogar ein so besonnener Mann wie Gernot Erler, Beauftragter der Bundesregierung für die deutsch-russischen Beziehungen, dieser Tage sagt, eine Rückkehr zu Strukturen des Kalten Krieges könne man nicht ausschließen“ sollte man das ernst nehmen, sehr ernst. Da ist es denn auch desto wichtiger, daß die Vereinigung „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs / Ärzte in sozialer Verantwortung“ (IPPNW) im Februar die Aktion „Wir weigern uns, Feinde zu sein“ ins Leben gerufen hat. Damit soll dem Gefühl der Hilflosigkeit angesichts der sich zuspitzenden Krise zwischen NATO und Russischer Föderation und dem Krieg in der Ost-Ukraine entgegengewirkt werden.

Florian Janik Florian Janik

Die IPPNW wurde 1985 auf der Höhe des Kalten Krieges für ihre Aufklärungsarbeit zu den Gefahren von Atomwaffen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet und zeigt sich sehr besorgt über die derzeitigen Ereignisse. Insbesondere die Tatsache, daß diese erneute Konfrontation zwischen Osten und Westen bereits dazu geführt hat, Kommunikationswege zu verlassen, die während des Kalten Krieges zur Deeskalation…

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